Wenn sich Trauer unter die Sommerfarben mischt
Im Juni erinnern sich Mütter, Väter und Angehörige gemeinsam an verstorbene Kinder. Den Raum dafür gibt ein Gedenkgottesdienst im St. Marien-Dom.
Der Sommer rückt näher, die Tage werden länger. Kinder entdecken die Farben der Natur. Blüten, Früchte, Bienen, Hummeln faszinieren sie. Alle – die kleinen und die großen Menschen - riechen den kommenden Sommer, genießen die Wärme der Sonne, den freien Himmel in den Bergen, die Weite und den Wind am Meer. Diese Zeit tut allen gut: Wir sammeln die bunten Farben!
Und doch gibt es auch in dieser Zeit dunkle Farben, die das Leben schwarz einfärben. Dann, wenn ein Kind stirbt. Oder sich Mütter, Väter und Angehörige an den Tod eines Kindes erinnern.
Der Erinnerung geben wir einen Raum. Wir laden am 20. Juni um 14 Uhr in den St. Marien-Dom ein zum gemeinsamen Gedenken an verstorbene Kinder. Im Miteinander bekommen die dunklen Farben einen Namen. Im vergangenen Jahr wurden die Namen der verstorbenen Kinder auf Sterne geschrieben und auf kleine bunte Windmühlen geklebt. Das Erinnern löst die Trauer um einen lieben Menschen nicht auf, doch die Trauer mischt sich unter die Farben des Lebens – mitten im Sommer. Es ist für uns berührend, wenn ein Vater die Einladungs-Postkarte zum Gedenken beim Einkaufen entdeckt, der Einladung spontan folgt und sich am Geburtstag seines verstorbenen Sohnes mit anderen erinnert.
Astrid Sievers und Christiane Bente, Seelsorgerinnen im Kinderkrankenhaus
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